Totholz, ein Ort voller Leben

Ein starkes Symbol für den immerwährenden Kreislauf der Natur.

Auch im Garten des Tuppenhofs stehen alte Bäume mit Höhlen, Moos und toten Ästen.
Blinkt ein silberner Ast in der Sonne nicht wundervoll, vielleicht sitzt eine Libelle auf diesem Thron?

 

Totes Holz

Foto: NABU Kaarst-Korschenbroich
Foto: NABU Kaarst-Korschenbroich

 

 

Als Totholz wird absterbendes bzw. abgestorbenes Holz bezeichnet. Dieses kommt im Wald in Form von Ästen, Baumstümpfen oder noch stehenden absterbenden Bäumen vor. Steht ein abgestorbener Baum im Garten wird dies häufig als unangenehm empfunden: manche sehen sich mit der Vergänglichkeit konfrontiert, bei anderen blitzt der Gedanke auf, dass der Gärtner bei der Pflege des Baums versagt hat.

Totholz - ein Lebensraum

Betrachtet man Totholz aus nächster Nähe, bekommt man ein anderes Bild:
es werden Fraßgänge im Holz erkennbar, die von unterschiedlichen Käferarten ins Holz genagt wurden, um dort ihre Eier abzulegen. Wildbienen legen mit Pollen und Nektar gefüllte Brutzellen in verlassenen Käferfraßgängen an. Asseln, Spinnen, Ameisen sowie eine Vielzahl anderer Insekten finden Unterschlupf unter der sich lösenden Rinde: ein Festmahl für Spechte, Kleiber und andere.

 

Spechthöhlen entstehen in abgestorbenen Bäumen, die nicht nur als Nisthöhle für die Spechte selbst, sondern auch für weitere Höhlenbrüter wie Meisen, Kleiber, Stare, Hohltauben oder Dohlen dienen. Auch Fledermäuse oder Bilche profitieren von diesen Hohlräumen. Hornissen nutzen diese, um ihre Nester anzulegen

Totholz - oder eher Lebendholz?

Foto: NABU Kaarst-Korschenbroich
Foto: NABU Kaarst-Korschenbroich

Ein abgestorbener Baum ist alles andere als tot: In seinem Holz tobt das Leben!
Er bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Arten – weit mehr als zu seinen Lebzeiten. Auch pflanzliche Lebewesen besiedeln ihn: Pilze, Flechten, Moose sowie Mikroorganismen, die in einem je nach Holzart jahrzehnte bis jahrhunderte dauernden Prozess dafür sorgen, dass das Holz in fruchtbaren Humus umgewandelt wird. Dieser bietet die beste Grundlage für Keimlinge zu großen, gesunden Bäumen heranzuwachsen.

 

Von wegen Vergänglichkeit – vielmehr ein Zeichen für Wandel im ewig währenden Kreislauf der Natur. So betrachtet vielleicht ein Grund, Bäume im Garten in Würde sterben zu lassen und Totholz in vielfältiger Form – stehend oder liegend, in der Sonne oder im Schatten – im Garten zuzulassen.

Der Kreativität bei der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt – nur bitte kein Totholz aus der freien Natur entnehmen – dort wird es dringend gebraucht!

weitere Informationen

Es lebe das Totholz – Unterschlupf und Wohnraum für Insekten 

nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/22649.html

 

Totholz und alte Bäume – ein vielfältiger Lebensraum 

hortus-netzwerk.de/hortusforum/viewtopic.php?t=599

 

Totholz im Wald – Entstehung, Bedeutung und Förderung:
waldwissen.net/de/lebensraum-wald/naturschutz/totholz-im-wald

 

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