Wenn der Himmel sich im Frühsommer mit flink flitzenden, eleganten Vögeln füllt, ist es Zeit, die Ankunft der Schwalben zu feiern. Diese kleinen Flugkünstler sind weit mehr als nur ein wunderschöner Anblick: Sie sind natürliche Helfer in unseren Gärten, Feldern und Städten. Mit unermüdlichem Flug fangen sie Mücken, Fliegen, Blattläuse und andere Insekten – eine unschätzbare Hilfe für die Natur und für uns Menschen.
In unseren Städten und Dörfern sind Schwalben längst vertraute Gäste. Doch trotz ihrer Nähe zum Menschen brauchen sie unsere Unterstützung: Ihre Lebensräume werden weniger, und so sind manche Schwalbenarten zu echten Sorgenkindern des Naturschutzes geworden. Kein Zufall, dass gleich drei Arten vom NABU zum „Vogel des Jahres“ gewählt wurden: die Mehlschwalbe (1974), die Rauchschwalbe (1979) und die Uferschwalbe (1983).
Die Rauch- und Mehlschwalben kennt fast jeder – ihre grazilen Flüge und fröhlichen Rufe begleiten uns durch den Sommer. Die Uferschwalbe und die eher unbekannte Felsenschwalbe sind stille Schätze unserer Natur, die nur wenige bewusst wahrnehmen.
Das Wunderbare an Rauch- und Mehlschwalben ist ihre enge Bindung an den Menschen. Sie nisten in und an unseren Gebäuden – in Ställen, Scheunen oder unter Dachvorsprüngen – und lassen sich mit einfachen Mitteln unterstützen. Ein Nistbrettchen, eine kleine Lehmpfütze oder ein Kotbrettchen können schon ausreichen, um diesen bezaubernden Vögeln ein Zuhause zu schenken. Wer sich diese Mühe macht, wird reich belohnt: die Möglichkeit, das Familienleben der Schwalben aus nächster Nähe zu beobachten, ohne sie zu stören.
Rauchschwalben erkennt man an ihrem gegabelten Schwanz und daran, dass sie gern im Inneren von Gebäuden nisten. Das Gefieder der Rauchschwalbe ist auf der Oberseite metallisch glänzend und schwarzblau. Besonders auffällig sind ihre langen Schwanzspieße, die bei den Jungvögeln allerdings noch nicht ausgebildet sind. Der Bauch ist weißlich bis cremefarben. Rauschschwalben bauen ein oben offenes, napfförmiges Lehmnest, in dem zur Verstärkung Halme, Pflanzenfasern und Tierhaare eingebaut werden. Der Brutplatz findet sich fast ausschließlich in Gebäuden, hauptsächlich in Vieh- oder Pferdeställen mit freiem Einflug durch gekippte Fenster; manchmal auch in überdachten Hauseinfahrten oder unter kleineren Brücken. Meist setzt sie das Nest auf vorspringende Balken oder Simse auf, zur Not reicht ein unterstützendes Brett oder großer Nagel als Unterstützung.
Mehlschwalben tragen einen eingekerbten Schwanz und bevorzugen die Außenseiten unserer Häuser. Die Mehlschwalbe trägt ihren Namen dank ihrer reinweißen Unterseite – als hätte sie im Mehl gesessen. Auch ihre Beine und Füße sind weiß befiedert. Ihr Schwanz ist schwach gegabelt und besitzt im Gegensatz zur Rauchschwalbe keine langen Spieße. Ihr Gefieder glänzt metallisch blauschwarz. Mehlschwalben bauen ein
Lehmnest als Viertelkugel, das bis auf eine kleine Einflugöffnung geschlossen ist. Bevorzugt werden Plätze in mindestens 4 m Höhe. Essentiell ist die freie Zuflugsmöglichkeit von schräg unten.
Lassen Sie uns gemeinsam den Sommer begrüßen – mit offenen Armen für die Schwalben, unseren unermüdlichen, eleganten Begleitern. Mit Kunstnestern, Lehmpfützen oder Kotbrettchen können wir sie willkommen heißen und ihnen zeigen: Hier sind sie sicher, hier sind sie zu Hause, hier sind sie geliebt.
In ganz Deutschland würdigt der NABU Naturschutzmacher*innen, die Schwalbennester an oder in ihren Gebäuden erhalten, mit einer Plakette und einer Urkunde. Machen Sie andere Menschen darauf aufmerksam, wie wichtig der Schutz von Schwalben ist – lassen auch Sie Ihr Haus durch den NABU auszeichnen!
Mehr Informationen und praktische Tipps finden Sie beim NABU, um Ihr Haus zu einem kleinen Paradies für Schwalben zu machen: hier. Am Ende der Seite stehen weitere Informationen zum download zur Verfügung


Paul Quack
Telefon: 0177-5979840
Rauch- und Mehlschwalben gehören nach der europäischen Vogelschutzrichtlinie zu den geschützten Arten. Für sie gelten insbesondere die Vorschriftender Paragraphen §§ 13, 39 und 44 des Bundesnaturschutzgesetzes. Diese verbieten, die Tiere mutwillig zu beunruhigen, zu fangen oder zu töten. Des Weiteren ist es nicht erlaubt, ihre Fortpflanzungs- oder Ruhestätten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören. Eine Beschädigung liegt bereits dann vor, wenn man die Überreste alter Nester entfernt, denn diese bilden Ansatzpunkte für den Wiederaufbau im folgenden Jahr. Auch darf der Zugang zu den Brutstätten für die Schwalben nicht durch Baugerüste oder andere Hindernisse versperrt werden. Dieser Lebensstättenschutz gilt auch in den Wintermonaten und für leer gebliebene Nester.
Schwalben sind sehr brutortstreu und beziehen oft über Jahre hinweg die gleichen Brutplätze. Deswegen ist es sehr wichtig, die Nester und auch die Brutstandorte zu erhalten. Schwalbennester sind als dauerhafte Niststätten gesetzlich geschützt. Witterungsbedingte Schäden an den Nestern über dem Winterhalbjahr werden in der neuen Brutsaison ausgebessert. Der Erhalt von natürlich gebauten Nestern muss jedenfalls immer Vorrang haben. Damit die Nester an der Wand gut haften, empfiehlt sich die Verwendung von rauen Verputzen, an glatten Außenwänden hilft ein 15 cm breiter Streifen mit Rauputz unterhalb des Dachvorsprunges.
Mehlschwalben und Rauchschwalben bauen ihre Nester aus Schlamm und Gras in der Regel unter dem Dachvorsprung von Gebäuden. Diese prächtigen Vögel ziehen im Frühjahr von Afrika nach Europa und beginnen bald mit den Vorbereitungen für ihre rege Brutsaison. Im Juni ist die Saison meist schon in vollem Gange. Leider haben Mehlschwalben und Rauchschwalben mit einem Mangel an geeigneten Nistplätzen zu kämpfen, da viele alte Gebäude abgerissen oder modernisiert werden. Glücklicherweise benutzen sie gerne einen speziellen offenen Nistkasten in einem geschlossenen Bereich, z. B. in einer Veranda oder einem Nebengebäude.
Diese Nisthifen können selber gebaut werden (Anleitung hier) oder im Handel bezogen werden.
Da die jungen Schwalben ihre Hinterlassenschaften einfach über den Nestrand fallen lassen, sammelt sich unter jedem Schwalbennest unweigerlich Kot an. Wenn das an dieser Stelle stört, bringt man unter dem Nest ein Kotbrettchen an, das diesen auffängt. Es sollte mindestens 30 cm tief sein und etwa 50-90 cm unterhalb des Nestes platziert werden. Wenn es zu knapp darunter angebracht wird, kann es den Nistplatz unattraktiv machen. Wenn auf das Kotbrett eine flasche Schale oder eine dünne Platte gelegt wird, kann diese nach der Burtsaison einfach zur Entleerung entnommen werden.
Schwalben merken sich den Standort ihrer Nester, um sie im nächsten Frühjahr wieder beziehen zu können. Für Schwalben ist es einfacher, ein altes Nest zu reparieren, als aus 700 bis 1.500 Lehmkügelchen mühsam ein neues Nest zu mauern.
Schwalben sammeln als Nistmaterial lehmige Erde oder Lehm aus Wasserlacken oder von Gewässerufern. Diese Plätze sollten nicht weiter als 300 m vom Neststandort entfernt sein, besser natürlich weniger weit. Eine zentrale Schutzmaßnahme für Schwalben ist es deshalb, Gatschlacken (mit Lehm gefüllte Mulden oder Vertiefungen auf unbefestigten Wegen oder im Gelände) auf unbefestigten Wegen zu erhalten, ebenso kleine Gewässer mit flachen, unbewachsenen Uferzonen, optimalerweise auf lehmigem Boden. Während sommerlicher Trockenperioden ist es hilfreich, solche Gatschlacken rund um Hof und Haus durch Gießen feucht zu halten.
Künstlich angelegte Schwalbenlacken in der Nähe der Brutplätze sind eine perfekte Quelle für Nistmaterial und lassen sich ganz einfach selber machen (Bauanleitung). Falls lehmiger Boden vorhanden ist, reicht auch eine flache Mulde, die man regelmäßig bewässert, an humusreichen Stellen reichert man den Boden mit Lehm an. Die Vegetation rund um die Lacke sollte niedrig gehalten werden. Wer nicht so viel Platz oder keinen geeigneten offenen Boden rund ums Haus hat, kann Lehm in einem flachen Gefäß anbieten und feucht halten. Das macht selbst auf Terrassen Sinn, wenn freier Zuflug gewährleistet ist.
Falls Sie einen Teich haben oder anlegen, sorgen Sie für einen flachen, unbewachsenen Uferbereich.