Kopfweiden


Jüchen ist eine ländlich geprägte Stadt, die stark durch die Landwirtschaft und den Braunkohletagebau (Tagebau Garzweiler) beeinflusst ist, was zu großen Freiflächen führt. Wälder und ökologische Flächen sind rar. Die Anzahl alter Bäume mit natürlichen Höhlen, sprich Nistmöglichkeiten sinkt. Totholz durch eine intensive Forstwirtschaft oder aufgrund Maßnahmen zur Verkehrssicherungspflicht an Straßen häufig nicht mehr stehen gelassen. Sanierungen von Gebäuden und unsere moderne Bauweise mit glatten, lückenlosen Betonwänden führen dazu, dass die folgenden Brutstätten zunehmend verschwinden.

 

Daher haben wir, mit Einverständnis der Stadt Jüchen, in den vergangenen Jahren rund 100 Kopfweiden im Stadtgebiet gepflanzt. Damit sollen durch das weiche Holz der Weiden nach nur wenigen Jahrzehnten natürliche Höhlen und somit Nistmöglichkeiten entstehen. Und diese wiederum dienen beispielsweise der Hornisse, der Kohl- und Blaumeise und dem Steinkauz als Versteck und Brutmöglichkeit.

Bilder: Kopfweiden, deren Köpfe bereits  Hohlräume ausbilden / NABU


Es werden hierbei armdicke und etwa zwei Meter lange Setzstangen der Silberweide „Salix alba“ verwendet. Mit einem Erdbohrer werden Löcher in den nährstoffreichen und feuchten Boden gebohrt. Die frischen Setzstangen werden eingesetzt, Boden um die Kopfweiden noch leicht verdichtet, damit die Setzstangen sofort guten Bodenkontakt haben. Weiten wurzeln rasch und treiben neu aus. Nur mit der üblichen Kopfform werden die natürlichen Höhlen gefördert, weshalb alle paar Jahre ein Rückschnitt erforderlich ist.

 

 Jedes Jahr wird im Januar oder Februar in der Regel ein Standort bearbeitet. Selbstverständlich sind wir im Umgang mit der Motorsäge geschutlt und nutzen Schutzausrüstung und Gehörschutz. Wir schneiden in Jüchen unsere Kopfweiden ausschließlich mit Hochentastern, das deutlich sicherer ist als auf Leitern zu stehen oder im Baum zu sägen. Am Boden werden die Äste ggf. mit der Motorsäge zerkleinert und anschließend überwiegend gehächselt. Hilfe ist gerne willkommen, nach dem Schnitt sind genügend arbeiten ohne weitere Kenntnisse und ohne Gefährdungen durchführbar.

 

Karte mit den Kopfweidenstandorten 2026 (Google Maps)
Karte mit den Kopfweidenstandorten 2026 (Google Maps)

Unsere Kopfweiden

Fotos: NABU