Die Amphibiensammlung an der Broicherseite ist beendet. Wir danken allen Helfern, die uns bei der Amphibiensammlung unterstützt haben.
Bitte beachten:
In den nächsten Tagen und Wochen werden die Amphibien vom Laichgewässer zurück in den Wald wandern. Daher bitten wir alle Autofahrer auf der Broicherseite in der Dämmerung nur im Schritttempo zu fahren.
Wie in jedem Jahr würden wir uns auch im nächsten Jahr über kleine und große Helferinnen und Helfer freuen, die mit uns die Amphibien sicher über die Straße bringen.
Bei Interesse bitte melden bei Ulla Beaugrand ([email protected]), Claudia & Lars Hamandouche ([email protected]) oder Ulrike Silberbach ([email protected]).
Jedes Jahr wandern zwischen Februar und April tausende Erdkröten sowie Molche und Frösche nach Einbruch der Dunkelheit von den Wäldern zu ihren Laichgewässern, um sich dort fortzupflanzen.
In Kaarst an der Broicherseite sind das vor allem Erdkröten, Teichmolche und Bergmolche sowie vereinzelt Frösche.
Bei der Wanderung müssen die Tiere die Straße Broicherseite überqueren, die zwischen den Wäldern und den Laichgewässern verläuft.
Die NABU Gruppe Kaarst-Korschenbroich ist seit mehr als 20 Jahren im Amphibienschutz an der Broicherseite aktiv und hilft den Tieren sicher über die Straße.
Die Laichwanderung dauert von Februar bis ungefähr Mitte April. Auf diesem Weg und bei ihrer Rückwanderung jeweils 2-3 Wochen später, sowie bei der Ausbreitung der Jungtiere im Sommer sind sie bei der Überquerung von befahrenen Straßen extrem gefährdet.
Für eine 5 Meter breite Straße benötigen die Tiere etwa 15 Minuten (!) und es sterben jedes Jahr tausende von Tieren auf unseren mitten durch ihre Lebensräume gebauten Verkehrswegen.
Der NABU Kaarst lässt nach Wanderungsbeginn die Straße Broicherseite sperren. Für Anlieger gilt die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.
Trotzdem werden manche Tiere bereits durch den Luftzug vorbei fahrender Autos hoch geschleudert und durch den Aufprall getötet, viele Tiere sterben aber auch ohne direkten Kontakt: Beim Vorbeifahren mit mehr als 30 km/h entsteht nämlich ein so hoher Strömungsdruck, dass dieser bei den Tieren zum Zerplatzen von Gefäßen und Organen führt.
Autofahrer sollten daher auf Straßenabschnitten mit Amphibienwanderung auf keinen Fall Tempo 30 überschreiten um die Überlebenschance der wandernden Tiere zu erhöhen!
In den letzten Jahren wurden pro Jahr mehr als 5.000 Tiere über die Straße getragen. Aber immer noch sterben Erdkröten auf der Straße. Starke jährliche Verluste können im Laufe von mehreren Jahren dazu führen, dass die gesamte Population unserer Laichgewässer ausstirbt.
Unsere Bitte an die Autofahrer:
Respektieren Sie die Straßensperre, auch wenn es einen Umweg bedeutet!
Ab Einbruch der Dunkelheit fangen die von der Winterstarre frisch aufgewachten Kröten langsam an zu den Gewässern zu kriechen.
Anfangs wurde nur auf der Straße gesammelt.
2001 errichtete der NABU zum Schutz der
Amphibien einen 700 Meter langen Kröten-
Fangzaun entlang der Waldfläche an der
Broicherseite und grub alle 20 bis 30 Meter einen Eimer in die Erde. Jeden Morgen wurden die Tiere eingesammelt und auf der anderen Seite der Straße an den Seen zum Laichen wieder ausgesetzt.
2020 wurden die Eimer entlang des Zaunes durch Kisten ersetzt. Diese sind unten offen, so dass sich die Amphibien bei großer Kälte eingraben können. Der Deckel schützt die Amphibien vor dem Austrocknen. Für die Sammler bedeutet die Nutzung der Kisten, dass in der Regel nur noch in den Abendstunden nach Einbruch der Dunkelheit
gesammelt werden muss.
Die Mitglieder der NABU Gruppe Kaarst-Korschenbroich kontrollieren dann während der Wanderung nahezu jeden Abend nach Einbruch der Dämmerung die Kisten und Zäune, sammeln die Tiere behutsam mit Handschuhen auf, transportieren sie in Eimern über die Straße und setzen sie dann an den Laichgewässern aus.
Unterstützt werden wir dabei von freiwilligen Helfern aus Kaarst und Umgebung, so zum Beispiel 2023 von der Fußballmannschaft des VfR Büttgen und regelmäßig von den Konfirmandinnen und Konfirmanden der evangelischen Kirche in Kaarst.
Daneben unterstützen auch häufig Eltern mit ihren Kindern. Gerade für die Kinder ist es ein Erlebnis, im Dunkeln mit Taschenlampen die Tiere zu suchen. Und viele der Kinder haben noch nie zuvor eine Erdkröte oder einen Molch gesehen.


Die NABU-Gruppe Kaarst-Korschenbroich sammelt seit 2001 an der Broicherseite Amphibien.
Statistiken und Verläufe, wie sich die Populationen seitdem verändert haben finden Sie hier