Asiatische Hornisse (Vespa Velutina)

Asiatische Hornisse im Flug, mit typisch hochgestellten Hinterbeinen und gelben Füssen. Foto: Ulrich vor dem Esche/naturgucker.de
Asiatische Hornisse im Flug, mit typisch hochgestellten Hinterbeinen und gelben Füssen. Foto: Ulrich vor dem Esche/naturgucker.de

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) hat sich in den vergangenen Jahren in Nordrhein-Westfalen und damit auch im Rhein-Kreis Neuss deutlich ausgebreitet. Im Jahr 2025 wurden in Nordrhein-Westfalen mehr als 7.300 Asiatische Hornissen gemeldet – rund fünfmal so viele wie im Vorjahr. Aufgrund der Ausbreitung in ganz Deutschland stuft das Bundesumweltministerium die Art inzwischen als „weit verbreitet“ ein. Damit gelten eine vollständige Bekämpfung und Tilgung der Art nicht mehr als realistisch.

 

Die Asiatische Hornisse wurde 2004 vermutlich über Warenimporte nach Europa eingeschleppt. Sie jagt bevorzugt Honigbienen direkt vor deren Bienenstöcken und kann dadurch Bienenvölker erheblich schwächen. Gleichzeitig konkurriert sie mit heimischen Insektenarten um Nahrung und Lebensraum. 

 

Für den Umgang mit der Art wurde ein Managementplan erstellt, der für die Asiatische Hornisse aus folgenden Maßnahmen besteht:

  • Öffentlichkeitsarbeit (zum Beispiel durch Meldeportale)
  • Fang und Beseitigung von Königinnen im Frühjahr
  • Lokalisierung von Nestern (Primär- und Filialnester)
  • Beseitigung von Nestern 

 

Ziel des Managements ist es, mögliche negative Auswirkungen auf die Biodiversität zu minimieren. 

 

Auf Grund der starken Ausbreitung sind Nester im Rhein-Kreis Neuss  allerdings nicht mehr melde- oder bekämpfungspflichtig. Dennoch empfiehlt der Kreis ausdrücklich, Sichtungen weiterhin über das Meldeportal des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK) zu erfassen. Dadurch soll die weitere Ausbreitung dokumentiert und die Planung geeigneter Schutz- und Gegenmaßnahmen unterstützt werden.


Meldeportal für die asiatische Hornisse beim Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW:

https://rkn.nrw/pr257


Auf Landesebene verfolgt Nordrhein-Westfalen weiterhin das Ziel, die Ausbreitung möglichst einzudämmen und insbesondere Imkerinnen und Imker zu unterstützen. Das Land fördert daher Schulungen zur Erkennung und fachgerechten Entfernung von Nestern der Asiatischen Hornisse. Für die Entfernung von Nestern erhalten geschulte Imkerinnen und Imker Zuschüsse zwischen 150 und 300 Euro. 

 

Besondere Aufmerksamkeit gilt den sogenannten Primärnestern, die im Frühjahr angelegt werden. Auch "Gründungsnest" genannt, ist es nur golfball- bis tennisballgroß und wird meist bodennah (Höhe unter zwei Meter), zum Beispiel unter Dächern oder in Hecken gebaut. Im Sommer entstehen größere Sekundärnester, die oft hoch in Bäumen liegen und deutlich schwieriger zu entfernen sind. Die Staaten der asiatische Hornisse sind mit bis zu 2000 Tieren deutlich größer als die der heimischen Hornisse mit 700 Individuen. 

 


In der folgenden Grafik sieht man Unterschiede zwischen der asiatischen Hornisse und der heimischen Hornisse (Vespa crabro):

Die heimische Europäische Hornisse steht weiterhin unter strengem Artenschutz. Eine unsachgemäße Tötung oder Entfernung geschützter Tiere kann mit hohen Bußgeldern geahndet werden. Daher empfiehlt der Kreis, vor einer möglichen Nestentfernung fachlichen Rat einzuholen, beispielsweise über die Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss ([email protected]) oder über unsere örtlichen NABU Gruppen. 

 

Wir müssen also anerkennen, dass der Umgang mit der Asiatischen Hornisse inzwischen weniger auf vollständige Bekämpfung ausgerichtet ist, sondern vielmehr auf Kontrolle, Dokumentation und den Schutz heimischer Arten sowie der Imkerei.