Amphibienzaun in Ilverich


Jedes Jahr am Ende des Winters wandern Erdkröten, Molche und Frösche in der Dunkelheit zu ihren Laichgewässern, um sich dort fortzupflanzen. So auch in Meerbusch. Nördllich der Landstraße K9 zwischen Strümp und Ilverich leben Kröten und Molche, südlich der Straße befinden sich ihre Laichgewässer. Die Wahrscheinlichkeit, beim ihrem langsamen und behäbigen Gang über die Landstraße von einem Auto überfahren zu werden, beträgt 95%.

 

Um das zu verhindern, stellt das Tiefbauamt des Rhein Kreis Neuss jedes Jahr im Frühjahr einen langen flexiblen Zaun entlang der K9 auf. Freiwillige der Amphibienhelfergruppe Ilverich vom NABU Meerbusch suchen abends und morgens den Zaun ab und tragen die Tiere sicher über die Straße.


Amphibiensammlung '23 Ilverich startet wieder ab Februar

Die in der Saison '22 erfolgte teilweise nächtliche Sperrung des Feldwegs ist vorerst nicht geplant. Aufgrund der starken Veralgung der Laichtümpel und der danach erneuten  Dürre im Sommer '22 sind wir gespannt, wie sich die Zahl der Tiere entwickelt.


Amphibiensammlung 2022 bisher sehr enttäuschend und kurz vor Abschluß

Trotz der meist guten Bedingungen in den letzten Tagen seit Aprilbeginn liegt die Zahl der gesammelten Erdkröten nur bei 50% des '21er Ergebnisses. Bei Molchen und Fröschen sehen wir dagegen eine leichte Zunahme. Insgesamt ist das Niveau aber sehr niedrig.

Positiv ist, daß bisher nur 3 Tiere überfahren wurden.

Aktuell finden wir noch einzelne Molche und einige Frösche.

 

Zwischenstand 08.04.22

 

100 Erdkröten

34   Bergmolche

11   Teichmolche

27   Teichfrösche

3      Grasfrösche

 

Lebende Tiere insgesamt:  175 (Vorjahr: 231)

 

Die Genehmigung für die Sperrung des Feldweges wurde bis 17.04.22 verlängert.

Unsere zahlreichen Helfer sind weiterhin morgens und abends aktiv. Sobald bei guten Bedingungen keine Tiere mehr kommen, wird der Zaun zeitnah abgebaut und die Sperrbaken abgeholt.


Amphibiensammlung 2022 hat begonnen

Der Amphibien-Schutzzaun ist wieder an der K9 aufgebaut. Diesmal konnten wir ihn mit Unterstützung von Stadt Meerbusch und dem Tiefbauamt Rhein-Kreis-Neuss etwas erweitern, um die Zahl der überfahrenen Tiere weiter zu reduzieren.

Wir haben auch erstmals die Möglichkeit, nachts von 19:00 - 9:00 den Feldweg bei der Kurve neben der Gärtnerei zu sperren. Die Maßnahme ist bis Ende März genehmigt.

Der Weg wird immer dann gesperrt, wenn Tiere wetterbedingt erwartet werden, also nicht unbedingt an sehr kalten Tagen. In den Abendstunden nach Einbruch der Dunkelheit sowie morgens sind Helfer unserer Krötengruppe am Zaun anzutreffen und bauen die Sperre auf und ab.

 

Etwas später als letztes Jahr haben wir die ersten Tiere ab der 2. Februarwoche gesichtet.

Aktueller Stand 24.02.22:

52 Erdkröten

2   Teichfrösche

22 Bergmolche

9   Teichmolche


Die Amphibiensammlung 2021 ist abgeschlossen

Der Schutzzaun ist seit dem 22.04. wieder abgebaut. Trotz guten Wetterbedingungen nach der letzten Kälteperiode wurden keine weiteren Tiere mehr in den Kisten gesichtet.

 

Das Endergebnis:

  • 204 Erdkröten (+20 überfahrene + 1 überfahrenes zurückwanderndes Tier)
  • 25 Bergmolche
  • 1 Teichmolch
  • 1 Teichfrosch

Wir danken den vielen aktiven Helfern, die 3 Monate lang den Zaun und die Kisten kontrolliert haben, und dem Tiefbauamt Rhein-Kreis-Neuss für die Unterstützung!



Um im Frühling an ihre Laichplätze zu gelangen, legen Erdkröten zum Teil beachtliche Strecken zurück, laichen die Tiere doch Zeit ihres Lebens am gleichen Ort. Von ihrem Winterquartier bis zum Laichplatz legen sie in nächtlichen Wanderungen bis 2 Kilometer zurück. Je nach Wetter dauert diese Wanderung 2-7 Tage, unter Umständen auch länger, wenn sich die Tiere infolge tiefer Temperaturen zeitweise wieder eingraben müssen.

 

Teilweise findet die Wanderung auch im ‚Huckepackverfahren’ statt, denn vielfach finden sich die Partner schon auf der Wanderung. Die Verbindung ist dann aber dem noch schwachen Paarungstrieb entsprechend locker. Das Männchen klammert noch nicht so fest und es kommt deshalb oft zu Partnerwechseln, was nach der Vorlaichzeit kaum oder nur noch selten passiert. Das Weibchen trägt also seinen Partner ständig auf dem Rücken zum oder im Weiher. Keine Sekunde lockert sich der Griff, dies alles nur, damit das Männchen beim Austritt der Eier auch sicher zugegen ist, um diese zu befruchten und damit den Fortbestand seiner Gene zu sichern.

 

Aus den Eiern entwickeln sich im Laufe von Frühjahr und Frühsommer, je nach Temperatur, über Kaulquappen die fertigen, nur einen Zentimeter großen Jungtiere. Sie gehen ebenfalls an Land und sind nun auf sich selbst gestellt – der Kreis hat sich geschlossen.

 

Die Wanderung der Kröten zur Sicherung ihres Bestandes ist heutzutage oft ein gefährlicher Weg, denn oft genug wird dieser von menschlichen Wegen und Pfaden, nämlich Autostraßen, gekreuzt. Vielerorts grenzt es schon an ein Wunder, dass es überhaupt noch Frösche und Kröten gibt, angesichts der Gefahren, die auf sie lauern.

 

Am Grünen Weg in Osterath wurde nach einigen Jahren Eimereinsatz Querungshilfen in die Strasse gebaut durch die Stadtverwaltung.